Der LKW der Zukunft: Wie sieht automatisiertes Fahren bei Daimler Trucks aus?

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Bei der Marketing vor Ort-Veranstaltung am 28. Juni im Nutzfahrzeugzentrum (NFZ) bei Mercedes Benz ging es um Innovationen und darum, wie weit das automatisierte Fahren bei Daimler Trucks schon fortgeschritten ist und vor allem darum, wo die Zukunft hingeht. Über 46.000 qm groß ist das Grundstück des NFZ direkt an der A8 in Augsburg, inmitten befindet sich das Herzstück: das vor fünf Jahren erbaute Kundenzentrum des NFZ. Gestern Abend standen auf dem passend zur EM künstlich angelegten Fußballfeld die Stühle für die über 50 Mitglieder des Marketing-Clubs Augsburg, rund herum dekoriert mit großen Fußbällen an grünen Bambussen. Zum Glück an diesem Abend spielfrei und die Gäste konnten sich ganz den Daimler Trucks und dem spannenden Vortrag des Verkaufsleiters Winfried Sorg widmen.

Die Begrüßung übernahm der Beirat des Marketing-Clubs Peter Seiler, für den die großen Trucks immer schon Kindheitsträume waren. Der neue Actros mittendrin – der Aufbruch in eine neue Dimension. Der Abend war sehr kurzweilig, immer wieder gespickt mit spannenden Filmen über die Entstehung des NFZ und die automatisierten Trucks. „Denn dahin geht die Zukunft“, erklärt Winfried Sorg, der selbst bei Daimler groß geworden ist und nun den Vertrieb in Augsburg leitet. Augsburg ist einer der acht Standorte in Bayern.

Warum hoch automatisiertes Fahren?

Daimler Trucks als Technologieführer der Branche definiert neue Standards für zukünftige Transportaufgaben und übernimmt die Führungsrolle für hoch automatisiertes Fahren im LKW. Von einem Verkehrskollaps mag niemand sprechen, doch in abgeschwächter Form sind sich die Experten einig: Die Vorhersagen für die Entwicklung des europäischen Güterverkehrs gehen von einem deutlichen Zuwachs aus. Auch in einem zweiten Punkt herrscht Einigkeit: Die Hauptlast davon wird der Straßengüterverkehr tragen, denn eine Verlagerung auf andere Verkehrsträger erscheint nur in geringem Maße möglich. So bleibt als Ausweg, dass man die vorhandene Infrastruktur besser nutzt, vermehrt Assistenz- und Telematiksysteme im Einsatz hat und diese miteinander verknüpft sowie dass der Fahrerberuf attraktiver wird. Neue Kommunikationstechnologien bieten also neue Chancen!

Kommuniziert wird dann mit der Umgebung durch Sensoren und den „Highway Pilot“, der mehr Sicherheit, weniger Stress und weniger Sprit zur Folge hat. Sorg ging am Schluss auf die Herausforderungen ein, die dem ganzen noch im Weg stehen und die Einführung des autonomen Fahrens beeinflussen. Zum einen ist es die Gesetzgebung und der Datenschutz und zudem gibt es einige Punkte, die geklärt werden müssen, wie zum Bespiel die Anpassung des Zulassungsrechts, die Neufassung des Verhaltensrechts – der Fahrer muss demnach sein Fahrzeug dauerhaft kontrollieren und jederzeit eingreifen können – und die Versicherungseinstufung. Und es muss eine Markteinführung schrittweise über erweiterte Assistenzfunktionen und deren Verschmelzung zu hoch automatisierten Fahrfunktionen erfolgen.

Der Frightliner Inspiration Truck feierte seine Weltpremiere bereits am 5. Mai 2015 am Hoover Damm in Las Vegas – der erste hoch automatisiert fahrende LKW mit Straßenzulassung. Zudem erteilte das Verkehrsministerium Baden Württemberg im August letztes Jahr eine Sondergenehmigung für den weltweit ersten Test für einen Serien-LKW mit Highway Pilot. Es bleibt also spannend, wo die Reise hingeht. „Es wird auch Zeit, die Nachfrage ist da“, verspricht Sorg. Und er nahm die Mitglieder des Marketing-Clubs Augsburg nach dem Vortrag noch mit auf eine Reise durch den Hof in einer Sattelzugmaschine von Mercedes Benz – natürlich nur als Beifahrer!

Text und Bild: Sabine Roth

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