Secomba – Schwäbisch sparsam und trotzdem erfolgreich

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Spannende Einblicke in die Gründerszene gab Andrea Pfundmeier, die Geschäftsführerin der Secomba GmbH mit Sitz im Augsburger aiti-Park, bei der ersten Marketing-vor-Ort-Veranstaltung nach den Sommerferien. Und das Interesse war wieder groß. Über 40 Mitgliedere folgten der Einladung in das Gründerzentrum und waren gespannt, was die junge und dynamische Wirtschaftsjuristin zu sagen hatte.

Inzwischen hat sich das Augsburger Unternehmen mit ihrem Produkt Boxcryptor fest im internationalen IT-Security Markt positioniert und ist ein äußerst erfolgreiches Startup geworden. Heute arbeiten dort über 32 Mitarbeiter, Tendenz steigend. Doch dem war nicht immer so. Andrea Pfundmeier blickte zurück und zeigte auf, wie schwer der Weg zu einer Million Umsatz und mehr war und durch welche Höhen und Tiefen das Gründerteam gehen musste, um sich einen festen Platz im Markt zu erobern. Heute kommen die Kunden aus über 190 Ländern und sind begeistert von der Verschlüsselungssoftware. „Wir sind auf die Entwicklung innovativer Software im Bereich Cloud-Sicherheit spezialisiert. 2014 haben wir den „Deutschen Gründerpreis“ in der Kategorie Startups gewonnen. Mit unseren Produkten Boxcryptor und Whisply ermöglichen wir unseren Kunden, Cloud-Speicher sicher zu nutzen“, sagt Pfundmeier. Entstanden sind die Produkte im Jahr 2011 aus einer Idee heraus. Sie war damals gerade mit dem Studium fertig und erst 23 Jahre alt und hat sich mit Robert Freudenreich, einem IT-Experten zusammengetan. „Wir wollten unsere Daten in der Cloud ablegen, hatten aber Bedenken, ob das alles sicher ist“, so die Geschäftsführerin. Deshalb haben wir selbst ein Produkt geschaffen, das Daten sicher verschlüsselt. Und es hat geklappt. Heute hat Secomba es geschafft und ist zum Beispiel Partner von dropbox. Wichtig war die Benutzerfreundlichkeit der Software, die für alle Plattformen anwendbar ist. Über 400.000 Nutzer sowohl aus dem privaten und geschäftlichen Bereich nutzen die Produkte inzwischen. Pfundmeier wies auf die Sicherheit hin: „Als User darf man sein Passwort nicht vergessen, sonst hat mein keinen Zugriff mehr auf seine Daten. Das ist der Preis der Sicherheit.“ Für Privatnutzer gibt es übrigens eine kostenlose Version.
Wie lief die Finanzierung ab? Pfundmeier und ihr Mitgründer Robert Freudenreich haben das EXIT Gründerstipendium bekommen, das ihnen mit 80.000 Euro im ersten Jahr über die Runden geholfen hat. Ab dem Jahr 2015 wurden nämlich erst Gewinne erzielt. „Es gab auch sehr harte Zeiten. Ich hatte ständig Angst zu scheitern“, sagt Pfundmeier. „Die schwierigste Zeit war das erste Jahr. Wir hatten eine Idee, aber kein Geld!“ Ziemlich bald kamen erste Investoren auf die beiden zu, die Interesse an der Software hatten. Verkaufen wollten sie aber nicht. „Rückblickend war das auch die richtige Entscheidung“, weiß Pfundmeier. Im März 2012 entschied man sich doch zu einer agilen Partnerschaft mit einem Investor. Die Geschäftsführerin ging auf die Erfahrungen und die Vor- und Nachteile ein. „Es war alles sehr aufwendig und langwierig, aber auch spannend. Und natürlich teuer!“ Das meiste Geld wurde in die Entwicklung der Software gesteckt. Da blieb den Gründern nichts anderes als Low-Budget Marketing zu betreiben. Am meisten brachte den Gründern eine gezielte Pressearbeit, die sie selbst aktiv vorantrieben. „Ich griff zum Hörer und habe alle Redakteure selbst angerufen. Anders geht das nicht“, erinnert sich Pfundmeier. Diese Vorgehensweise brachte schnell Bekanntheit, zumal das Thema damals sehr brisant war. Die diversen Sicherheitslücken in der Cloud, die NSA-Affäre, ein Nacktfoto-Skandal und vieles mehr war ein guter Aufhänger für die Redaktionen. Und Secomba hatte die Lösung der Probleme: benutzerfreundlich und für private Leute kostenlos. Wichtig sei es laut Pfundmeier auch, jede Bühne zu nutzen und öfter ja als nein zu sagen.
Trotz der schwierigen Anfangszeit würde sie wieder machen. Die Freiheit und Selbstbestimmung, aber auch die Verantwortung und Erfahrungen, die sie in ihrer Selbstständigkeit sammeln konnte, möchte sie nicht missen. Sie hat es geschafft mit Familie ein Unternehmen aufzubauen, das sehr erfolgreich am Markt ist. Und es ist noch nicht Schluss. Secomba hat Ziele: „Wir wollen weiter wachsen!“

Unser Präsident Florian Möckel war begeistert. Sein Fazit: „ Sie waren zur richtigen Zeit am richtigen Ort und haben auch noch ihr Preismodell rechtzeitig umgestellt. Und sie haben auf die richtige Marketingstrategie gesetzt. Wir gratulieren zu einer solchen Leistung.“ Nach dem Vortrag stellten viele Mitglieder noch weitere Fragen an die Gründerin, die sie alle gerne beantwortete. Das Thema schlug richtige Wellen an diesem Abend.
Wer künftig auch sicher verschlüsselte Daten in die Cloud legen möchte. Hier kann man sich die Software herunterladen: https://www.boxcryptor.com/de/

Text und Bilder: Sabine Roth

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