Mitgliederversammlung mit Vortrag von Prof. Dr. Strauß

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Trends im digitalen Marketing mit Prof. Dr. Ralf Strauß

In einem rasenden Tempo sprach der Präsident des Deutschen Marketing-Verbandes Prof. Dr. Ralf Strauß als Gastredner bei der Clubveranstaltung am 25. April über die Trends im digitalen Marketing. Die Mitglieder, die zuvor zur diesjährigen Mitgliederversammlung in das Foyer des Medienzentrums gekommen waren, freuten sich sehr, von dem Marketingpapst etwas mitnehmen zu können und viele Tipps zu bekommen.

Prof. Dr. Strauß hat einen so bewegten Lebenslauf, der locker über eine Seite füllen würde. Lange Jahre war er als Manager bei VW und bei SAP und hat dort zahlreiche Projekte begleitet. Dass er darüber viel zu erzählen hatte, war naheliegend. Aufgrund seiner legeren Art machte es sehr viel Freude ihm zuzuhören. Der Deutsche Marketing Verband hat harte Zeiten hinter sich und seit 2013 sollen diese nun mit Unterstützung von Prof. Dr. Strauß überwunden werden. Heute ist der Verband auf einem hervorragenden Weg. „Strauß hat, seit er zum Präsidenten gewählt wurde, einige wichtige Dinge angestoßen. Denn die über 14.000 Mitglieder des DMV, die in 60 Marketing Clubs in ganz Deutschland verteilt sind, sind es wert. Die letzte Veranstaltung in Stuttgart war klasse. Der Club trägt nun seine Handschrift“, so kündigte Florian Möckel, Präsident des Marketing Clubs Augsburg, ihn an.

Strauß fordert: „Wir brauchen wieder Inhalte im Verband. Wichtig ist die Öffentlichkeitsarbeit und viel Teamwork. Denn nur gemeinsam können wir es schaffen.“ Er hat hier eine klare Linie, denn in seiner Freizeit streite sich der Professor für Digitales Marketing & E-Business an der Hamburg School of Business Administration (HSBA) und Managing Partner der Unternehmensberatung Customer Excellence GmbH mit vereinsinternen Problemen nicht herum.

Die Mitglieder spitzten die Ohren, als er über die Trends im digitalen Marketing sprach. Dabei gehe es um hohe Datenvolumina, die durch Kundeninteraktionen entstehen. Diese wiederum ermöglichen Personalisierung. Dadurch entsteht zum Beispiel ein Mechanismus, wie man heute Menschen kennenlernt. Er selbst hat seine Frau noch auf dem Flughafen kennengelernt, heute läuft das aber über diverse Plattformen im Netz. Aber wie erreicht man die Millenials? Je jünger die Leute werden, auf umso mehr Plattformen sind sie vertreten. Das ist auch der Grund, warum heute viele Firmen ein Drittel ihres Werbebudgets für Social Media ausgeben. Der seiner Meinung nach zurzeit abgefahrenste Spot ist der von Amazon Echo, einem Lautsprecher, der allein durch die Stimme gesteuert wird. Hier steckt viel Geld drin. Doch Strauß warnte: „Das Vertrauen in etablierte Marken ist am Absinken, andere Marken gehen jedoch durch die Decke, wie zum Beispiel die rosa angezogene Bibi, die für den „bilou Duschschaum“ mit ihren Videos auf Youtube wirbt. Die Leute sind verrückt nach diesen Produkten, obwohl der Duschschaum eine schlechte Qualität hat.
Das sind dann nicht mehr Push-, sondern Pull-Inhalte. Als weiteres Beispiel nannte er den Thermomix, der mit einer guten Community die Menschen anziehe. Dort gibt es massenhaft Rezepte, die in Windeseile selbst der unbegabteste Koch mit diesem Gerät zaubern kann. Strauß war lange bei SAP und hat dort viele Projekte gesehen, von denen 70 bis 80 Prozent „an die Wand fahren und gescheitert sind“. Vernünftig wäre hier eine klare Strategie, die nicht überladen und schwierig umzusetzen ist. Zudem brauche man eine vernünftige Unternehmenskultur.
Und er erzählte den Mitgliedern, warum er vor vier Jahren beim DMV eigentlich angetreten ist. Bei VW wurde in viele Projekte investiert, aber im Marketing hat man sich gegen CRM gewehrt. Marketing muss spannend sein, und die Clubabende müssen sich heute gegen Rotaryclubs und Fußballabende durchsetzen. Das forderte ihn heraus. Die Menschen sollen gerne hingehen, und die Inhalte müssen passen. Übrigens: Strauß war mit an dem Relaunch der Absatzwirtschaft beteiligt und er hat eine neue Mitgliederverwaltung eingeführt. Sehr wichtig sind die JuMP Attack-Veranstaltungen für junge Leute von der Uni. Aber wie kommt man an sie ran? Das bleibt nach wie vor ein wichtiges Thema für die Zukunft der Deutschen Marketing Verbandes.
Die nächste Highlight-Veranstaltung ist der 44. Deutsche Marketingtag am 23. November 2017 in Frankfurt. Das Thema: Next Level Marketing. Internationale Keynotes stehen auf dem Programm. Über 1500 Gäste und 60 Referenten werden erwartet. Dort wird auch der Deutsche Marketing-Preisträger vorgestellt. Letztes Jahr war es mymuesli und in 2015 Motel One.
„Wir haben den DMV von links nach rechts gedreht“, so Strauß. Und die Reise wird weitergehen, verspricht er.
Mehr dazu auf der Website des 44. Deutschen Marketingtages: Marketing Tag

 

Text und Bilder: Sabine Roth

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