Alles Müller, …oder was?

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Besuch beim Marktführer, Besuch in der Provinz

Geht man nach dem Milliarden-Umsatz, dem bundesweiten Bekanntheitsgrad oder dem Mediabudget, dann vermutet man nicht einen Topplayer in einem 300 Seelen-Dorf westlich von Augsburg. Weit über 10 Jahre liegt der letzte Besuch des Marketing Club Augsburg bei der Molkerei Alois Müller GmbH & Co. KG in Aretsried zurück. Bei dieser ersten Marketing vor Ort Veranstaltung 2016 kamen die über 70 Mitglieder in mehrfacher Hinsicht voll auf ihre Kosten: Gut verpackt in neckischen Hygieneanzügen, Haarnetzen und Überschuhen erlebten die Marketingfachleute eine interessante Werksführung ins Herz der Produktion von Milchreis und Co, quasi auf Löffelnähe an den Becher heran.

DSC_1120a_webIm Schnelldurchlauf verfolgten die Besucher den Weg der Milch von der Anlieferung bis zum fertigen Lebensmittelprodukt samt Abfüllung und Logistikaufgabe. 365 Tage rund um die Uhr läuft hier die Produktion.

Im Anschluss an die Führung erfuhren die Besucher in einem kurzweiligen Vortrag, was das Spezielle ausmacht an der sehr familiär geführten Unternehmensgruppe Müller: Bodenständigkeit, Weitsichtigkeit und zupackendes Unternehmertum. Diese Werte sind die Basis für ein Unternehmen, das binnen einer Generation zu einem Lebensmittelkonzern mit nunmehr über 25.000 Mitarbeitern und Standorten in ganz Europa gewachsen ist.

DSC_1144b_webDen Vortragspart teilten sich Susanne Müller, die Tochter des Firmenchefs der Unternehmensgruppe Theo Müller, und die Marketingchefin Ute Schubert. Frau Müller erläuterte das enorm gewachsene Firmengeflecht, Expansion nach Italien und England. Theo Müller hat aus der von seinem Vater im Jahr 1971 übernommenen Dorfmolkerei mit vier Angestellten einen Konzern mit 25.000 Mitarbeitern entwickelt. Wer weiß schon, dass z.B. die Firmen Nordsee, Weihenstephan, Nadler und Homann 100%ige Töchter von Müller sind? Kaum einer wusste, dass Müller für den israelischen Markt „super koscher“ produziert und hier das drittgrößte fruchtverarbeitende Unternehmen Europas steht? Egal, ob Käse oder Fischspezialitäten, das Produktangebot ist reichhaltig. Wissen aus erster Hand, wie man es sonst kaum erfahren kann.

DSC_1134a_webMarketingleiterin Ute Schubert wählte den provokanten Vortrags-Titel „Müller – die BILD-Zeitung im Kühlregal“ und schaffte es wirklich anschaulich, den besonderen Spirit der Marke deutlich zu machen. Die Marke polarisiert bewusst, unterhält, schaut dem Kunden aufs Maul und gibt sich volksnah, bodenständig, selbstironisch und experimentierfreudig. In einem stark umkämpften Segment sind die Macher aus Aretsried Marktführer und immer wieder mutige Trendsetter: Milchreis oder Kefir gab es schon früher, Müller macht daraus ein kultiges Lebensmittel für jeden. Auch was das Thema Werbung und Marketing betrifft, so konnten die Gäste hier viel lernen, was nicht unbedingt herkömmlichen Marketingtheorien entspricht. Fußball, Lausbuben und Klischees ziehen sich durch die zahlreichen TV-Spots, die für Müllermilch in Deutschland gelaufen sind und die breiten Massen ansprechen und offensichtlich begeistern. In anderen Ländern präsentiert sich die Marke aber durchaus auch mit anderer Aufmachung und hochpreisiger. Insgesamt ein spannender Trip in die Region – nicht nur für Marketing-Interessierte hochinteressant.

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